Coworking Spaces boomen – doch nicht jeder Anbieter überlebt den Wettbewerb. Wenn dein Coworking Space plötzlich Insolvenz anmeldet, kann das nicht nur ärgerlich, sondern auch geschäftsschädigend sein. Was passiert mit deinem Vertrag? Bekommst du dein Geld zurück? Und wie sicher sind deine Daten oder dein Equipment?
In diesem Beitrag erfährst du, was du in dieser Situation tun kannst – Schritt für Schritt, rechtlich fundiert und praxisnah.
1. Sofort handeln: Erste Schritte bei Bekanntwerden der Insolvenz
Sobald du erfährst, dass dein Coworking Space insolvent ist oder kurz davorsteht, solltest du folgende Maßnahmen ergreifen:
Maßnahme | Beschreibung |
---|---|
Vertrag prüfen | Welche Kündigungsfristen und Sonderregelungen gelten? |
Kontakt mit Insolvenzverwalter suchen | Der Verwalter ist deine neue Anlaufstelle, nicht mehr der Betreiber. |
Zugang zu Arbeitsmaterialien sichern | Hole deine persönlichen Gegenstände und Daten aus dem Space. |
Zahlungsstop prüfen | Weitere Mietzahlungen ggf. einstellen, wenn Leistungen nicht mehr erbracht werden. |
Tipp: Lass dich frühzeitig juristisch beraten – oft bieten Rechtsanwaltskammern eine kostenlose Ersteinschätzung an.
2. Wie geht es mit deinem Mietvertrag weiter?
Rein rechtlich handelt es sich bei den meisten Coworking-Verträgen nicht um klassische Gewerbemietverhältnisse, sondern um Dienstleistungsverträge mit Nutzungsrechten – ähnlich einem Fitnessstudio. Das bedeutet:
- Der Insolvenzverwalter entscheidet, ob der Vertrag weitergeführt wird.
- Wird der Space geschlossen, endet auch deine Nutzungsberechtigung.
Was du tun kannst:
✅ Kündigung schriftlich einreichen: Am besten per Einschreiben oder E-Mail mit Lesebestätigung.
✅ Zahlungen stoppen: Erbringt der Anbieter keine Leistung mehr, entfällt auch deine Zahlungspflicht (§ 275 BGB i.V.m. § 326 BGB).
3. Bekommst du dein Geld zurück?
Ob du bereits gezahlte Beiträge (z. B. für Monatsmieten, Kautionen oder Jahrespakete) zurückbekommst, hängt davon ab, ob du als Insolvenzgläubiger anerkannt wirst.
Wichtig: Du musst deine Forderung form- und fristgerecht beim Insolvenzverwalter anmelden (§ 174 InsO).
Beispielhafter Ablauf:

Je früher du reagierst, desto besser stehen deine Chancen. In vielen Fällen kann jedoch nur ein Bruchteil erstattet werden – abhängig von der Insolvenzmasse.
4. Checkliste: Was du als Mieter jetzt tun solltest
✅ Vertrag prüfen & Fristen notieren
✅ Insolvenzverwalter kontaktieren
✅ Zugang zu Unterlagen sichern
✅ Zahlungen einstellen (wenn keine Leistung)
✅ Forderungen anmelden
✅ Neuen Arbeitsplatz suchen
5. Was ist mit deinen Daten?
Ein oft übersehener Punkt: In vielen Coworking Spaces liegen sensible Daten – auf Servern, in Briefkästen oder sogar auf gemeinsam genutzten Druckern.
Dein Vorgehen:
- Zugang zum WLAN deaktivieren, sofern du noch verbunden bist.
- Datenträger und Dokumente sichern
- Sicherheitslücken melden (z. B. falls fremde Personen Zugang zu deinem Arbeitsplatz haben)
6. Alternative Arbeitsplätze finden
Viele Anbieter zeigen sich solidarisch und bieten kurzfristige Übergangslösungen an. Plattformen wie:
… ermöglichen dir den schnellen Vergleich von verfügbaren Coworking Spaces in deiner Region.
Fazit
Eine Insolvenz ist keine Katastrophe – wenn du vorbereitet bist und schnell handelst. Prüfe deinen Vertrag, sichere deine Daten und fordere, was dir zusteht. Gleichzeitig solltest du dich um einen neuen Arbeitsplatz kümmern – vielleicht sogar mit besseren Konditionen.